FAQ

Bei meinem Kind fließt ständig Speichel aus dem Mund.  Was kann ich tun?

Das unwillkürliche Abfließen von Speichel aus dem Mund aufgrund zu geringer Sensibilität im Mundraum ist von der erhöhten Speichelproduktion aus den Speicheldrüsen des Mundraumes (Hypersalivation) zu unterscheiden. In einzelnen Fällen tritt es auch in Kombination auf.

Unwillkürliches Abfließen von Speichel tritt in der Entwicklung von Kleinkindern bis ca. 18 Monaten häufig auf.  Es ist eine Begleiterscheinung der individuellen frühkindlichen Reifungs- und Lernprozesse zur Einrichtung willkürlicher Bewegungen und zur Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Umwelt.

Der Speichel fließt unwillkürlich ab, weil:

  • er selten und nicht vollständig abgeschluckt wird,
  • dieser nur geringgradig im und am Mund gespürt wird,
  • Kraft und Bewegung der Mundmotorik zum Halten und Abschlucken von Speichel nicht ausreichend entwickelt sind (z.B. offener Mund, Zunge sichtbar deutlich)

Neben des entwicklungsbedingten unwillkürlichen Abfließen des Speichels aus dem Mund ist die ärztliche Abklärung  der Ursachen erforderlich. Diese könnten in der motorischen und kognitiven Entwicklung, in Erkrankungen z.B. Atemwegserkrankungen, Kieferfehlstellungen oder genetischen Syndromen liegen. Der Kinderarzt sollte der Ansprechpartner für diese Probleme sein. Er wird die Beratung und Diagnose durchführen und ggf. weitere fachärztliche Untersuchungen und Therapien einleiten.

Für diese, Sie und die Umwelt, belastende Situation ist es wichtig,

  • die positive Zuwendung zum Kind in allen Alltagssituationen zu erhalten,
  • die Aktivitäten Ihres Kindes bei der Nahrungsaufnahme (Notiz/Video) zu beobachten und diese dem Kinderarzt, der therapeutische Maßnahmen einleitet, vorzustellen
  • regelmäßig und gründlich Mund und Zähne Ihres Kindes zu pflegen,
  • den Speichel nicht abzuwischen, sondern zu tupfen.

Diese empfohlenen Maßnahmen ersetzen nicht die ärztliche Vorstellung.

Mein Kind lehnt stückige und feste Nahrung ab und spuckt alles aus. Warum? Was kann ich tun?

Die Aufnahme von Brei, halbfester und fester Nahrung ist abhängig von Reifungs- und Entwicklungsschritten des Kindes. Dabei spielt die körperliches Entwicklung, die Aufmerksamkeit, die allgemeine Aktivität, die mundmotorischen Fähigkeiten, die Fähigkeit des Saugens, Beißens, Kauens, Schluckens und Sprechens eine entscheidende Rolle.

Beobachten Sie Ihr Kind genau. Machen Sie Notizen oder Videos, um die kritische Esssituation zu dokumentieren – Nahrungsangebot, Situation, Selbstständigkeit des Kindes, Ihre Hilfen, Reaktionen des Kindes, Verschlucken, Erbrechen, Husten, Spielen, Aufstehen, weglaufen, etc.

Diese Beobachtungen helfen in der umfassenden Diagnostik die Problemschwerpunkte zu finden und zu beraten und ggf. therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Wichtig ist hier die Abgrenzung zwischen Schluckstörungen und Nahrungsverweigerung.

Was Sie tun können:

Achten Sie weiterhin auf eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre beim Essen (ohne Spiele, ohne Fernsehen, ohne Handy). Die Mahlzeit sollte ansprechend gestaltet sein (Tischgedeck, Geruch, Geschmack, Aussehen). Gestatten Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, zu probieren, Nahrung zu erkunden und zu berühren . Bereiten Sie gemeinsam das Essen vor und unterstützen Sie die Selbstständigkeit Ihres Kindes beim Essen (z.B. allein den Löffel halten). Es sollten Zeiten für die Nahrungsaufnahme eingehalten werden, aber zwingen Sie Ihr Kind nicht zum essen. Eine regelmäßige und gründliche Mund- und Zahnpflege ist natürlich wichtig. Beobachten Sie die gesundheitliche Entwicklung Ihres Kindes (Gewichtsentwicklung, Fieber, Atemwegserkrankungen) und wenden Sie sich bei Auffälligkeiten umgehend an Ihren Arzt.

Mein Kind wird mit einer Sonde ernährt. Wann kann es essen und trinken? Wie lange muss das so bleiben?

Schluckstörungen im Kindesalter  haben oft vielschichtige Ursachen und können mit Gesundheits- und Entwicklungsstörungen zusammen hängen.

Bei der Entwicklung der Nahrungsaufnahme müssen verschiedene Faktoren zusammenspielen, wie  die sensorische und motorische Reifung, körperliche Gesundheit aber auch interaktive Erfahrungen des Kindes. So können sich zum Beispiel durch unangenehme aber medizinisch notwendige Interventionen Ablehnungsverhalten oder auch Vermeidungsverhalten im Mundbereich entwickeln.  Auch eine fehlende Anregung des Mundbereichs kann zu Fehlfunktionen führen. Bei einer länger anhaltenden Sondierung kann außerdem  der Aspekt der sozialen Teilhabe bzw. der essbezogene  Austausch zwischen Kind und Eltern verloren gehen. 

Die Notwendigkeit einer Sondenernährung kann z.B. durch Nahrungsverweigerung,  Gedeihstörungen z.B. durch Ernährungs- oder Resorptionsstörungen oder einer Schluckstörung bedingt sein.

Auch wenn keine medizinische Notwendigkeit mehr zu einer Sondenernährung besteht, kann der Übergang zu einer oralen Ernährung misslingen. Denn Essen ist ein Lernprozess.

Kinder sind manchmal nicht in der Lage, einen Zusammenhang zwischen Hunger, Essen und Sattwerden herzustellen.

Um zu entscheiden, ob ihr Kind wieder normal essen und trinken kann, ist eine interdisziplinäre Diagnostik hilfreich und wichtig.

Ärzte und Therapeuten  sollten dies gemeinsam  entscheiden. Hierfür ist eine funktionelle und klinische Untersuchung des Schluckens aber auch eine Essensbeobachtung notwendig. Auch die Interaktion zwischen Eltern und Kind spielt hier eine Rolle. Ein wichtiger Faktor ist hierbei, ob Ihr Kind sich beim Essen und Trinken verschluckt und die Nahrung eventuell aspiriert wird bzw. die Gefahr dafür besteht. Nicht immer ist eine Vollsondierung notwendig. So kann es z.B. sein, dass Ihr Kind bereits Breikost essen kann, aber Flüssigkeiten noch sondiert werden müssen (Teilsondierung).

Eine sondenfreie Ernährung ist also abhängig von vielen Faktoren und Sie sollten hierzu Ihren behandelnden Arzt und Therapeuten konsultieren.

Ist es gefährlich, wenn ich beim Essen und Trinken huste?

Ja, es ist gefährlich!

Wenn flüssige oder feste Nahrung, Speichel, Sekret oder auch ein kleiner Gegenstand in die Luftröhre statt in die Speiseröhre gelangen, erfolgt reflexartig ein heftiger Hustenreiz.

Dies ist ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers und dient der Reinigung der Atemwege.

Wenn Sie sich häufig verschlucken und husten oder sich räuspern und würgen, ist dringend eine Konsultation des Hausarztes erforderlich. Die Mitteilung, ob Sie sich bei fester, weicher, gemischter oder flüssiger Nahrung verschlucken und husten, ist wichtig. Eine genaue Schilderung des Ablaufes der Nahrungsaufnahme (Unruhe, Aufregung,  Ablehnung bestimmter Nahrungsmittel) hilft ebenfalls der Ursachenfindung und der Behandlung.

Fachärzte (z.B. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte) sind in der Lage zu klären, ob Essstörungen, Schluckprobleme oder Schluckstörungen das Husten verursachen oder andere Ursachen vorliegen.

Sollten Sie sich so stark verschlucken, dass Sie Atemprobleme und / oder Atemnot verspüren, ist eine sofortige ärztliche Hilfe oder Konsultation erforderlich. In diesem Zusammenhang besteht die Gefahr einer Lungenentzündung.

Ich verschlucke mir nur an Flüssigkeiten und nicht an festen Speisen. Warum ist das so?

Der Schluckvorgang sowie die Koordination von Atmung und Schlucken ist eine hochkomplexe Aufgabe unseres Körpers sowohl in der Sensibilität als auch in der motorischen Ausführung.

Warum kann es nun sein, dass man sich beim Trinken von Wasser verschluckt und beim Essen einer Banane nicht?

Nun, wie so oft braucht alles seine Zeit. Der geöffnete Kehlkopf braucht einen Moment, um sich sicher zu verschließen, die Speiseröhre benötigt ebenfalls einen kleinen Vorlauf, um weit genug geöffnet zu sein, damit Nahrung in sie hineinfließen kann. Kehlkopf und Speiseröhre müssen sich zeitlich abstimmen.

Flüssigkeiten wie Wasser bewegen sich schneller als der zerkaute Speisebrei einer Banane. Zum Schlucken wird im Mundraum ein Signal ausgelöst, dass den Schluckprozess und damit den Kehlkopfverschluss sowie die Speiseröhrenöffnung einleitet.

Im Verlauf des Alters, bei einigen neurologischen Erkrankungen oder auch bei Sensibilitätsstörungen im Mundraum kann es dazu kommen, dass dieses Signal verspätet ausgelöst wird.

Eine Flüssigkeit fließt dann den Rachen hinunter und kann in den noch geöffneten Kehlkopf gelangen. Dort wird dann zum Schutz der Hustenreflex ausgelöst. Man verschluckt sich.

Ein anderer Grund könnte sein, dass zwar das Signal im Mundraum rechtzeitig gegeben wird aber die Muskulatur des Kehlkopfes selbst zu schwach ist, um den sicheren Verschluss herzustellen.

Da feste (zerkaute) Nahrung eine langsamere Geschwindigkeit beim Hinuntergleiten in den Rachen hat, fallen manche Schwierigkeiten daher gar nicht so sehr auf.

Das Verschlucken kann unterschiedliche Ursachen haben. Dies kann diverse Folgen für einen Menschen haben. Auch die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich. Daher ist es immer zu empfehlen, ärztlichen Rat einzuholen und ggf. eine Schluckuntersuchung durchführen zu lassen.

Ich kann meine Tabletten nicht gut schlucken. Was kann ich tun?

Leider tritt dieses Phänomen gar nicht so selten auf. Die Ursachen für Schluckbeschwerden können dabei vielseitig sein. Zum Einen liegen die Ursachen in den Arzneimitteln selbst, zum Anderen an den Patienten. In vielen Fällen lassen sich aber gute Lösungen finden.

Für den Patienten ist es leicht, dass richtige Schlucken zu erlernen. Dabei ist z. B. auf Körperhaltung, Atmung, Ablauf der Einnahme und genügend Flüssigkeit zu achten. Oft sind die richtigen Abläufe schon eine große Erleichterung beim Schlucken.

Sind die Tabletten zu groß oder nicht gut gleitfähig, kann eine zeitgleiche Einnahme mit Lebensmittel, wie Banane oder Apfelmus, das Schlucken erleichtern. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass der Wirkstoff der Arzneiform auch zur gleichzeitigen Einnahme mit diesen Lebensmitteln geeignet ist.

Sollte die Schluckförderung mit Nahrungsmittel nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann in einigen Fällen auch über eine geeignete Zerkleinerung der Tabletten oder Kapseln nachgedacht werden. Die endgültige Entscheidung über Art und Weise der Zerstörung der Arzneiform zur Schluckerleichterung: Mörsern, Zerdrücken oder Auflösen sollte unbedingt nach Rücksprache mit Ihrem Apotheker erfolgen. Es gibt Fälle, in denen eine unsachgemäße Zerkleinerung des Arzneimittels nicht nur zur Wirkaufhebung des Präparates, sondern auch zu schweren gesundheitlichen Schäden beim Patienten führen kann.

Gelingt es gar nicht das Arzneimittel in eine schluckfähige Form zu bringen, ist ein Wechsel auf ein anderes Präparat gleichen Wirkstoffs oft eine gute Lösung. Zahlreiche Arzneistoffe stehen als Tropfen oder Säfte zur Verfügung. Gerne berät Ihr Apotheker Sie auch in diesen Fragen.

Ich habe eine Trachealkanüle. Kann ich damit essen?

Eine Trachealkanüle ist ein Hilfsmittel, meist aus Kunststoff, welches immer eine künstliche Öffnung der Atemwege (Tracheostoma) nach außen stabilisiert. Die Atem- und Speisewege sind dadurch weitgehend getrennt. Dies hängt von der Art der Kanüle und des Grundes für den künstlichen Atemausgang ab. (Links zur Anatomie Schlucken/Sprechen unserer Website) Häufige Ursachen sind neurologische Erkrankungen oder Tumore im Kopf- Halsbereich. In beiden Fällen legt man den künstlichen Atemwegszugang (Tracheostoma) zur Sicherung der Luftröhre vor Nahrung und Speichel und zur Gewährleistung der Atmung. Gemäß der Ursachen für eine Tracheotomierung gibt es eine Vielzahl von Varianten und Möglichkeiten der Versorgung mit einer Trachealkanüle. Wie in vielen medizinischen Sachverhalten gibt es Ausnahmen und Besonderheiten. Besprechen sie ihre persönlichen Fragen mit ihrem behandelnden Arzt und dem sie betreuenden Fachpersonal wie Pflegedienst oder Krankenschwestern. Nur damit können sie sicher gehen, keine Komplikationen durch Nahrungsaufnahme, wie Verschlucken oder Einatmen von Nahrung zu erleiden.