Erwachsene

Für die Menschen mit Schluckstörungen ist nicht nur die adäquate Nahrungsaufnahme eingeschränkt, sondern auch das Lusterlebnis des Essens. Die Betroffenen erfahren dadurch eine starke Einschränkung der sozialen Interaktion (Hotzenköcherle, S., 2021). Kau- und Schluckstörungen werden zunehmend von verschiedensten Fachdisziplinen behandelt. Die Therapie der Dysphagien stellt hierbei eine besondere Herausforderung dar, da die therapeutische oder ärztliche Vorgehensweise für die Patienten lebenswichtig sein kann. Im Vordergrund der Behandlung stehen hierbei jedoch vor allem die Erhaltung oder die Wiederherstellung der Lebensqualität sowie die Freude am Essen. Je nach Krankheitsschwere haben die PatientInnen Probleme den Mund beim Essvorgang reflexartig zu schließen, Speisen und Getränke im Mund zu behalten und/oder die Nahrung durch Zungen- und Kaubewegungen in den Rachen zu transportieren und dort richtig abzuschlucken.

Symptome bei einer Schluckstörung könnten sein:
– Belegte Stimme
– Häufiges Nachschlucken
– Husten
– Vermehrtes Räuspern
– Gewichtsabnahme
– Häufige Atemwegsinfekte
– Erstickungsanfälle

Zur Diagnostik werden unterschiedliche Untersuchungen durch ärztliches Fachpersonal oder LogopädInnen durchgeführt, indem der Schluckvorgang der zu behandelnden Person genau beobachtet und begutachtet wird. Hierbei kann es zum Einsatz von bildgebender Diagnostik (Endoskopie, Tomografien, Sonographien) kommen. Des Weiteren wird das medizinische Personal ein umfangreiches Gespräch zur Krankengeschichte und zu den Symptomen sowie eine Schluckbeobachtung durchführen.

Es gibt viele Möglichkeiten, die Symptome der Schluckstörung zu lindern sowie die Nahrungsaufnahme zu unterstützen. In der funktionellen Schlucktherapie wird die erkrankte Person im Idealfall von einem Team aus ÄrztInnen, TherapeutInnen sowie Pflege- und Ernährungsfachkräften unterstützt. Hierbei wird individuell auf die Probleme der PatientInnen eingegangen. Vorerst wird die orale Motorik wie z.B. Lippenschluss, Wangenmuskulatur, Zungenmuskulatur durch verschiedene Übungen trainiert. alternative Schlucktechniken als Kompensationsstrategien können ein Schlucken trotz eventueller dauerhafter Schädigung zu ermöglichen. Des Weiteren soll auch die Umwelt durch diätische Maßnahmen, Essbegleitung oder Trink- und Esshilfen die Nahrungsaufnahme der zu versorgenden Person erleichtern (Hotzenköcherle, S., 2021).


An wen wende ich mich bei Verdacht auf Dysphagie?
In erster Linie sollten Sie Ihren Hausarzt ansprechen. Dieser leitet dann individuell für Sie erste Schritte ein. Für Schluckstörungen durch Nerven- und Muskelerkrankungen sind normalerweise NeurologInnen zuständig. Für Erkrankungen des Rachens oder des Kehlkopfes sind es in der Regel die Hals-Nasen-Ohren-ÄrztInnen. Bei Kau- oder Schluckstörungen, die durch Zahn- oder Kiefer-Erkrankungen verursacht werden, sind die Ansprechpartner die ZahnärztInnen. Betroffene finden außerdem Hilfe durch LogopädInnen, ErnährungstherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, PsychologInnen sowie dem Pflegepersonal.